Polieren für den guten Zweck
am 22. Juni 2006 in der Fußgänger-Zone

Nordstadtschüler unterstützen mit ihrer Schuh-Aktion ein Ausbildungszentrum in Burundi. Es ist eine stolze Summe: 485,99 Euro haben Nordstadtschüler mit einer „Schuh-Putz-Aktion“ in fünfeinhalb Stunden eingenommen. Geld, das sie nicht behalten, sondern für ein Projekt in Burundi spenden.

PFORZHEIM. Es ist eine stolze Summe: 485,99 Euro haben Nordstadtschüler mit einer „Schuh-Putz-Aktion“ in fünfeinhalb Stunden eingenommen. Geld, das sie nicht behalten, sondern für ein Projekt in Burundi spenden.

Tina Blumenstock ist sichtlich stolz. Auf ihre Schüler. Tina Blumenstock ist Lehrerin der Klasse 6a an der Nordstadtschule. Einer so genannten Brennpunktschule. In ihrer Klasse mit 24 Schülern haben 17 eine ausländische Herkunft. Ihre Schützlinge haben gestern nicht im Klassenzimmer gelernt, sondern auf den Straßen von Pforzheim. Im praktischen Einsatz haben die Sechstklässler erfahren, was höfliche Umgangsformen bewirken können, wie man Passanten über ein Ausbildungszentrum in Burundi aufklären und wie man mit eigener Arbeit einiges an Geld verdienen kann.

14 Passanten in einer Stunde
Wie Arthur Flag: „Die meisten Passanten haben gesagt, ich komme dann später und sind dann nicht gekommen“, berichtet der Zwölfjährige. Und auch sein Klassenkamerad Jean-Luc Reviere fand es „merkwürdig, wie manche Leute reagiert haben“.

Dennoch: Es haben sich auch viele Passanten die Schuhe putzen lassen. So hat Jean-Luc, der ganz begeistert von der „Schuh-Putz-Aktion“ ist, in einer Stunde 14 Personen die Schuhe gewienert. Und auch seine Klassenkameradin Stefanie Marbach beteiligt sich gerne, weil „ihr die Kinder in Afrika so leid tun“. Während Kisna Gnanavel, der seit drei Jahren in Pforzheim lebt, in seiner Heimat Sri Lanka durchaus Kinderarbeit beobachten konnte.

Seine Lehrerin Tina Blumenstock hat das Projekt „Sozialer Tag“ in ihrer Klasse angestoßen. Nach ihren Angaben war die Nordstadtschule die einzige Schule in Pforzheim, die sich an der Aktion beteiligt hat. Vor der Praxis haben sich die Schüler mit den Themen „Straßenkinder und Kinderarbeit“ im Unterricht auseinander gesetzt. Da ihren Schützlingen die alltäglichen Umgangsformen häufig schwer fallen würden, sei es eine besondere Übung, mit Höflichkeit „die Leute dazu zu bekommen, sich die Schuhe putzen zu lassen“. 

Erstellt am: 23.06.2006, D. Messmer

 
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